GlücksMomente

Wir erleben: Ausnahmezustand, Ungewissheit und Sorge. 

Wir teilen: Momente des Glücks und der Hoffnung in unserer Familie und Spuren Gottes in unserem Alltag.

Schickt uns eure GlücksMomente!

03. Mai 2020:

Ein schöner Sonntagmorgen - gleich nach dem Aufwachen hatte ich meinen heutigen Goldenen Moment-Impuls: "Auch der liebe Gott macht Home-Office, ist 24 Stunden am Tag für jeden von uns erreichbar. Immer, und nicht nur in Corona-Zeiten." 

01. Mai 2020:

Heute hat unsere dreijährige Enkeltochter  uns eine kleine Liebeserklärung gemacht: nachdem wir in den vergangenen Wochen öfters telefoniert und auch gesungen haben, schickte sie als Dankeschön und zum Beginn des Monats Mai uns ein Schlaflied, damit wir auch gut einschlafen können: "Wer hat die schönsten Schäfchen". Es war so begeistert gesungen, und nicht einmal die Mama durfte ihr dabei helfen! 
Liebe Gottesmutter, danke für diese Geschenke: die Enkel und die Musik!

23. April 2020:

Heute habe ich das Rezept "Pizzaschnecken" ausprobiert. Und alle waren ganz begeistert davon. Das war ein echter Glücksmoment, denn ein wenig herausfordernd war es schon, diese Rollen so schön wie auf den Fotos hinzubekommen. 

21. April 2020:

Unsere Kinder sind schon alle junge Erwachsene und schon mehr oder weniger aus dem Haus. Corona hat sie uns in den letzten Wochen wieder alle nach Hause gespült. Das war eine unfreiwillige, unerwartete aber ganz intensive gemeinsame Familienzeit, in der wir uns alle  nochmal ganz neu erleben durften, aber auch zusammen in alten Erinnerungen geschwelgt sind.
Auf ganz tiefe Weise haben wir die Ostertage  in unserer häuslichen Gemeinschaft zusammen gefeiert und dabei etwas von „Hauskirche“ erfahren dürfen. 
 Jetzt hat das Online-Studium wieder begonnen, das Haus ist wieder leerer,  aber  ich bin sehr dankbar für die vergangenen Wochen Intensiv-Familienzeit.

19. April 2020:

Auf dem Spaziergang gab es heute zwei besondere Begegnungen - natürlich mit dem notwendigen Abstand - die es ohne diese Corona Zeit sicher nicht gegeben hätte. Alle hatten Zeit und so waren gute längere Gespräche möglich mit Menschen, die ich vorher nicht kannte.

18. April 2020:

Wandern im Naturschutzgebiet Taubergiessen mit der Familie! Natur pur, Vogelgezwitscher und dazwischen der Altrhein und plötzlich Sand auf dem Weg mit ganz vielen Muscheln. Angeschwemmt vom Wasser des Rheines! Ein Glücksmoment für groß und klein - Urlaubsgefühle kamen auf!

13. April 2020:

Wir haben am Samstag vor Palmsonntag eine Palme gebunden und zum Segnen in die Kirche gebracht. Am Palmsonntag haben wir die Palme aus der Kirche wieder heimgeholt. Danach haben wir einen Zweig von der Palme abgeschnitten. Daraufhin fuhren wir mit dem Fahrrad und dem Palmzweig zu einer älteren Frau und warfen den Palmzweig in den Briefkasten ein. Gestern an Ostern haben wir eine schöne Karte und ein Outdoor-Abenteuerbuch von der älteren Dame als Dankeschön geschenkt bekommen. Das war ein schöner Glücksmoment!

(M. 8 Jahre und A. 10 Jahre)

12. April 2020:

Ich backe für die Osternacht und den Ostersonntag jedes Jahr eine Hefezopf, den wir mit in den Gottesdienst nehmen und dann anschließend in der Familie gemeinsam essen. Dieses Jahr war alles irgendwie anders und so einfache Dinge, wie Hefe gab es seit einigen Wochen nicht mehr zu kaufen. Ich dachte mir, ja dieses Ostern wird anders und es ist jetzt so. An Gründonnerstag konnten wir doch einen Würfel Hefe kaufen und wir haben uns alle gefreut. Den Osterzopf konnte ich nun backen! Er sah und schmeckte allen jetzt natürlich noch viel besser. Dies ist mein GlücksMoment, denn so unscheinbare Kleinigkeiten des Alltags, werden in besonderen Zeiten zu etwas Besonderem!

10. April 2020:

Wir haben gestern zusammen mit den erwachsenen Kindern einen Gründonnerstags-Gottesdienst im Livestream angeschaut und danach ein Agape-Mahl gehalten: Wir haben miteinander gebetet, Fladenbrot (nach dem Rezept von "Emmausgeflüster"!) und Wein gesegnet und dann miteinander gegessen. Das war eine schöne Erfahrung in unserer familiären Gemeinschaft, eine Erfahrung von Hauskirche. So bekam der Gründonnerstag eine etwas andere Prägung, als wir das sonst mit den Ölbergstunden in der Kirche gewohnt waren. 

09. April 2020:

Die Morgensonne, das fröhliche Gezwitscher der Vögel, blühende Bäume machen Mut, dass Gott inmitten der Krise ganz nahe ist. 

08. April 2020:

Singen ist Balsam für Seele.

Ich vermisse das Singen. Gestern haben eine Freundin und ich uns in der Kirche getroffen und haben zusammen - natürlich mit 1,5 Metern Abstand! - das Lied "Du wirst den Tod in uns wandeln" gesungen. Das war so schön! 

07. April 2020:

Als ich gestern unterwegs war, musste ich in einem Ort eine kleine Umleitung fahren, weil auf der Durchgangsstraße gearbeitet wurde. Auf dieser Umleitungsstrecke fuhr ich an einem Haus vorbei vor dem ein großer Baum stand. An den Baum gelehnt stand eine weiße Tür. Auf dem Boden vor der Tür lagen große Steine. Und auf der Tür stand - das konnte ich so im Vorbeifahren noch lesen: Gebet ist eine Tür. Das hat mich sofort angesprochen und ich musste nochmal umdrehen und mir das genauer anschauen. Die Tür ist wohl eine ganz besondere Corona-Kunst. Und tatsächlich: als ich davor stand, konnte ich den ganzen Spuch lesen: Gebet ist eine Tür aus dem Gefängnis unserer Sorgen. Und oben an der Tür war noch ein Holzschild angebracht. Darauf stand: Frohe Ostern. 

Mich hat diese Tür begeistert und ich dachte mir: ja das Gebet ist wirklich eine Tür, durch die wir in der momentanen Situation immer wieder gehen können, gespannt darauf, was Gott uns hinter der geöffneten Tür zeigt. Die Tür wahrzunehmen war ein Glücksmoment.

06. April 2020:

Heute habe ich ein neues Rezept ausprobiert und war schon gespannt, ob es allen schmeckt. 

Und tatsächlich haben nicht nur alle gut gegessen, sondern das Essen sogar gelobt, was eher selten der Fall ist. 

Ich saß am Sonntag abend gemütlich auf der Terrasse um die letzten Strahlen der Frühlingssonne zu genießen. Plötzlich klingt eine Trompete durch die Abendstille. Irgendwo in der Nachbarschaft spielte jemand "Von guten Mächten wunderbar geborgen". Es war in diesem Moment eine wohltuende Erinnerung, dass wir in Gottes Liebe geborgen sind. Und im Nachhinein merke ich, dass es mich freut, dass da jemand ein so schönes Zeugnis in der Öffentlichkeit gegeben hat.

05. April 2020:

In der Umkleide kurz vor Arbeitsbeginn auf der Intensivstation traf ich eine Krankenschwester der Nachbarstation. Wir sprachen darüber, dass einkaufen aktuell kein Spaß macht und man das Einkaufen sehr reduziert! So nimmt man auch in Kauf bei der Arbeit weniger bzw. keinen Kaffee zu trinken, da die Pad-Dose leer ist. Da streckt mir die Kollegin eine komplette Packung mit Kaffeepads rüber und meint, dass sie mir diese schenkt! Sie hatte die Packung als Vorrat im Umkleidespint, wenn auf ihrer Station mal kein Kaffee da wäre, und braucht diesen gerade nicht! Mein Frühdienst war gerettet! Mit großer Freude genoss ich heute früh bei der Arbeit diesen mit Herz geschenkten Kaffee. Meinen Arbeitskolleginnen erzählte ich von diesem Glücksmoment und lud sie in unserm gemeinsamen  Frühdienst zu einem gemeinsamen Kaffee ein! Die Freude war groß! Doppelte Freude durch geteilte Freude.

04. April 2020:

Heute nach getaner Arbeit auf der Intensivstation kam die Nachricht von meiner Mama, dass sie uns den ersten Rhabarberkuchen der Saison gebacken hat. Jetzt sitzen wir in unserm Hof, trinken Kaffee bei Sonnenschein und essen von leckeren Kuchen und denken aneinander, obwohl wir uns nicht sehen können! 


Heute kam ein unerwartetes Päckchen bei mir an. Als ich es aufmachte war darin eine Kerze mit der Aufschrift: "alles wird gut", darüber ein Regenbogen. Was für eine schöne Zusage in die beginnende Karwoche. Schon ein wenig Ausblick auf Ostern. 

Unsere erwachsenen Kinder machten wegen Corona eine Verschwörung. Unser Ältester rief uns an und teilte uns im Geschwisterkonsens mit, dass sie dagegen sind, dass wir noch weiter einkaufen. Sie würden die Sache übernehmen. Dem joggenden Opa und der im Garten umtriebigen Oma, die auch noch bis Corona die Besuchsdienste der Altersheime koordinierte, fiel das Annehmen schwer. Wir schluckten ganz schön. Der Opa wohl mehr als die Oma. Als gestern unsere Tochter, die den ersten Einkauf für eine Woche nach unserem Bestellzettel übernommen hatte, strahlend an der Gartentüre alles abgelegt hatte, waren wir versöhnt. Wir haben gemerkt, dass auch Annehmen eine Kunst des Dankens und Frohmachens ist. Wir hoffen, dass wir in der „post- coronaren“ Zeit wieder viele Möglichkeiten haben werden mit Enkelaufsicht, Einspringen, Abend freihalten für die Eltern etc. Einstweilen genießen wir die Erleichterung, sie ist auch ein Trostpflaster für die verflixte enkelfreie Zeit.

03. April 2020:

Noch nie zuvor habe ich Kürbispflanzen gezüchtet. Dieses Jahr habe ich es einfach probiert und es ist für mich jeden Tag eine Freude, zuzuschauen, wie diese Pflanzen wachsen und sich dem Licht entgegenstrecken. Ein Blatt nach dem anderen kommt heraus und entfaltet sich. Ein Wunder der Natur. Allein was in den letzten 14 Tagen gewachsen ist lässt das Herz höher schlagen. Obwohl die Welt wie scheinbar angehalten ist wächst etwas. Ich bin schon gespannt, wie groß die Kürbisse am Ende sein werden, die diese Pflanzen hervorbringen.

Wir waren im Gespräch mit einem alleinstehenden Freund. Irgendwann meinte er: „Es fehlt einem ja schon etwas, wenn man niemanden die Hand geben oder umarmen kann, so lange gar keinen Körperkontakt zu haben!“ 

Das hat uns zum Nachdenken gebracht und wir haben neu gespürt, welchen Wert auch unsere alltäglichen Gesten haben: Was haben wir als Familie doch gerade jetzt in dieser Zeit für einen Schatz, dass wir einander haben und uns Zuneigung und Wärme schenken dürfen – nicht nur durch Worte. 

Heute früh fand ich dieses Wort:

 Ein Bauer ging jeden Tag zur Mittagszeit in die Kirche. Als der Pfarrer ihn fragte, was er dort jeden Tag mache, antwortete er: "Ich schaue IHN an, und ER schaut mich an. Das ist genug."